Ein Gitarrenorchester schien am Donnerstagabend im ausverkauften Apolonia Hus aufzuspielen. Tatsächlich saß dort nur einer: Jens Kommnick. Der international renommierte Gitarrist präsentierte bei der „Soirée im Apolonia Hus“ sein Programm „Celtic Fingerstyle Guitar“.
Kommnick gilt als einer der führenden Vertreter des Celtic Fingerstyle. Mit beeindruckender Fingerfertigkeit verbindet er keltische Musik mit Elementen aus Klassik, Jazz und Rock. Zwischen den Stücken erzählte er persönliche Geschichten. Besonders berührend war „Das leere Haus“ über den letzten Rundgang durch das verkaufte Elternhaus. Nach der Pause rückte die irische und europäische Folklore in den Mittelpunkt. Neben Stücken aus der „James Goodman Collection of Irish Music“ spielte Kommnick unter anderem einen für Reinhard Mey komponierten Walzer und ein folkloristisches Medley.
Für den furiosen Schlusspunkt sorgte der bulgarische Volkstanz „Kuchlea Horo“. Als Zugabe improvisierte Kommnick spontan ein Medley von Reinhard Mey und Bach bis zur „Romanze“ und einer eigenen Komposition.
Der lang anhaltende Beifall zeigte, wie sehr das Konzert das Publikum erreicht hatte. Ein Abend, der technische Brillanz mit großer musikalischer Nähe verband.